Bauen mit Holz Ausstellung auf 600 qm

Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft
Architekturmuseum der TU München, in der Pinakothek der Moderne
10.11.2011 – 05.02.2012

Projektleitung: Hermann Kaufmann und Winfried Nerdinger, TU München
in Zusammenarbeit mit Martin Kühfuss und Mirjana Grdanjski
Ausstellungsgestaltung: Reinhard Gassner, Hermann Kaufmann
Ausstellungsgrafik: Marcel Bachmann – Key visual „Baumhaus“ von Andrea Redolfi
Wissenschaftliche Beratung: Gerd Wegener, Holger König, München
Architekturvideos: Felix Schuch, betreut von Martin Kühfuss
Fotografien: laut Abbildungsnachweis im Ausstellungskatalog
Fotografien Webpräsentation: Architekturmuseum TUM, Stephan Paul Stuemer; Angela Lamprecht

Die Vereinten Nationen haben 2011 zum „Internationalen Jahr der Wälder“ ausgerufen. Aus diesem Anlass zeigt das Architekturmuseum zusammen mit dem Fachgebiet Holzbau der TU München in einer Ausstellung die ökologischen, technischen und gestalterischen Möglichkeiten des Materials. Die Ausstellung beginnt mit dem Wald und Betrachtungen zum Rohstoff Holz. Gegenüberliegend werden fünf aktuelle Holzbauprojekte und deren Vorzüge für den Klimaschutz vorgestellt. In der Folge veranschaulichen 52 ausgewählte internationale Beispiele die neuen digitalen Fertigungsmethoden und die architektonische Vielfalt moderner Holzkonstruktionen, vom Niedrigenergiehaus über weit gespannte Tragwerke bis zum Hochhausbau. Ein zur Gänze aus Buchenholz gefertigter Raum rundet die Ausstellung ab. Dabei wurde diese, im konstruktiven Holzbau wenig vertretene Holzart mit unterschiedlichsten Oberflächen und Bauteilen an Boden, Decke und Wand wirkungsvoll angewendet.

Konzept: Hauptdarsteller sind die von Studenten der Fakultät für Architektur, TU München (Fachgebiet Holzbau) minuziös gefertigten Holzbaumodelle. Plattformen für die Präsentation sind einheitliche, filigrane Rahmengestelle aus Fichtenholz. Die Informationen werden auf raumhohen, 120 cm breiten Seidenpapierbahnen in Form von Kurztexten, Plangrafiken, Fotos oder Videos dargeboten. Die ungebleichten, naturbraunen Papierstreifen umfassen die riesigen Räume und rhythmisieren die Ausstellung. Daten und Fakten sind in eindrückliche Erklärgrafiken transformiert. Die Holzartenanteile wurden beispielsweise mit einem 20 Meter langen „Balkendiagramm“ in den original Holzarten umgesetzt. 
Als szenografische Intervention liegt mitten im Ausstellungsraum eine 80 Jahre alte Fichte – vom Wurzelwerk bis zum Wipfel. Der 40 Meter lange Stamm ist entastet, teilweise entrindet und in einzelne Abschnitte mit immer feineren Längsschnitten geteilt. Die Stammspitze zeigt auf ein 5 mal 5 Meter großes Patchwork mit unterschiedlichen Holzwerkstoffen. Die Verknüpfung zwischen der „Urpflanze Baum“ und der technischen Welt des Planens und Bauens ist auch ein Thema beim Ausstellungslogo. Die archetypische Hausform wir hier aus dem Geäst eines Baumes geformt und zielt semantisch auf die Kernbotschaften: Holz ist ein nachwachsender, hochwirksamer Baustoff. Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz.

In der von Gassner Redolfi KG gestalteten Publikation zur Ausstellung analysieren neun renommierte Fachautoren die ökologische Bedeutung, das technologische Potenzial und die neue Ästhetik des vertrauten Baustoffs.