Zur Neugestaltung der Fahne folgende Gedanken vom Gestalter Reinhard Gassner:
„Anlässlich des 130-jährigen Bestehens der Gemeindemusik Schlins entschloss sich der Verein, seine ursprüngliche Fahne neu aufzulegen und beauftragte verschiedene Gestalter, Ideen zu formulieren. Anstelle einer radikalen Neugestaltung war mein Vorschlag dahingehend, die traditionelle Formensprache weiterhin zu pflegen und die alten Zeichen, Worte und Symbole behutsam zu revitalisieren.
Das Tragen von Fahnen ist eine uralte Sitte. Fahnen sind Aushängeschilder, die die Zugehörigkeit und Identifikation zu einer Gemeinschaft unterstützen. Den traditionellen Werten mit Aufmerksamkeit zu begegnen, erschien mir in diesem Fall wesentlich angemessener als ein brandneues Design.
Gestalterisch notwendig war die Trennung des heraldisch ungeklärten Doppelwappens – einer Kombination aus dem Gemeindewappen und dem alten Zeichen des Musikvereins Schlins. Mit dem Verzicht auf die Abbildung der hl. Cäcilia wurde der Raum frei für eine Aufteilung dieser beiden Wappen auf Vor- bzw. Rückseite der Fahne. Der Gedanke, dass eine Patronin als guter Geist hinter einer Sache stehen soll und nicht unbedingt auf die Fahne ‚geheftet‘ werden muss, ermutigte mich zu dieser Entscheidung. Alle anderen traditionellen Stilelemente aufzunehmen, sie weiterzuentwickeln und in einer ausgewogenen Komposition zusammenzufügen, war eine interessante und anspruchsvolle Gestaltungsarbeit.
Wir übernahmen die Farbsymbolik der alten Fahne mit einem dunkelroten Samt auf der einen und einem hellen Brokat auf der Gegenseite. Dieser chamoisfarbene, mit ornamenthaften Mustern geprägte Brokatstoff trägt nun das Zeichen des Vereins: Lyra, Notenblatt und Taktstock wurden von uns zu einem neuen Bild gestaltet. Der dunkelrote Grund auf der anderen Seite, trägt das Wappen der Gemeinde, das zeitgleich mit dem Zeichen der Gemeindemusik entstanden ist und hier heraldisch korrekt wiedergegeben wird. Beides, Wappen und Zeichen sind verwoben mit der traditionellen Ornamentik aus Eichen- und Lorbeerblättern. Die Symbolik hinter diesen Darstellungen verweist auf Treue, Frieden, Freude und Natur. Das dunkle Rot steht für Geborgenheit und Emotionalität. Der glänzende, hell leuchtende Brokat symbolisiert Musik und Festlichkeit. Besonderen Wert legten wir auf die schriftkünstlerische Gestaltung mit original Fraktur-Lettern und feierlichen Initialbuchstaben. Entgegen der ursprünglichen Fassung stehen die Motive nun in der Diagonale des quadratischen Formats von etwa 130 x 130 cm. Die Ornamentik in den Ecken wird dadurch stärker in die Gesamtgestaltung integriert. Die von Goldfransen umrandete Fahne wird von einer Eschen-Stange getragen, deren Spitze eine Lyra mit Adlerköpfen bildet. Hochwertige Materialien und die handwerklich gekonnt ausgeführte Plattstickerei trägt einen großen Anteil an der sicht- und spürbaren Wertigkeit der neuen Fahne der Gemeindemusik Schlins."
Gestaltung: Reinhard Gassner
Reinausführung: Marcella Merholz