




Das Atelier Gassner erhielt im Jahre 2000 den Auftrag, die Kommunikation in die Fachöffentlichkeit von proHolz neu aufzubauen. Erste Aufgabe war die Erarbeitung einer neuen Kommunikationsstruktur und die Revitalisierung eines in die Jahre gekommenen Erscheinungsbildes. Als tragendes Element der neuen Kommunikationlinie bewährte sich »zuschnitt« – eine konsequent an die Zielgruppe der Planer und Bauentscheider ausgerichtete, periodisch erscheinende Zeitschrift über Holz als Werkstoff und Werke in Holz. Der inhaltlichen Aufbereitung wird hohes Augenmerk gewidmet. Die visuellen Gestaltung der Zeitschrift folgte dem Qualitätsanspruch mit bibliophiler Gestaltung und Umsetzung. Um sich vom vorherrschenden »Farbrausch« der heutigen Kommunikationsmittel abzuheben, wird die Reproduktion bewusst in anspruchsvoller schwarz/weiß-Loithografie gehalten.
Die Innenseiten sind aufgeräumt und redaktionell, teilweise auch textlastig gestaltet. Der Eindruck von Werbung wird bewusst vermieden. Der Erfolg des Mediums in Sachen Aufmerksamkeit, Leserblattbeziehungen und Image wurde in unabhängigen Untersuchungen markant bestätigt. Neben sachlichen Themen gibt es auch Ausgaben, die von gestalterisch und poetischen Intentionen geprägt sind. Die Ausgabe 16 beispielsweise beschäftigte sich mit »Holz in der Sprache und Holz als Sprache« – sie wurde bewusst ohne Fotografie gestaltet. Hier ist es gerade umgekehrt wie allgemein üblich, die Images stecken in den Texten und in der typografischen Gestaltung – die Nase von Pinocchio über mehrere Seiten, ein Strömungsbild mit hunderten verschieden Holz-Namen, ... auch im Titel wird das herkömmliche Bild vermieden und im Buchdruck mit einem Holzblock eine strukturierte rote Fläche gedruckt. Die Struktur des Holzes ist sichtbar und abtastbar.
Zitat »Egal ob in der Architektur oder in der Kommunikation, ein bestimmtes Material für die gestalterische Anwendung zu wählen bedeutet seine Funktion und seine Anmutung in den Enwurf aufzunehmen. Unter der Oberfläche des rein Sichtbaren verbergen sich auch hier tiefere Bild- und Dingbedeutungen. Warum wirkt etwas auf uns trocken, schwulstig, verstaubt, romantisch, bescheiden, abstoßend oder anziehend? Wie können wir als Gestalter damit umgehen? Die Sprache des Materials Holz ist vielfältig, sie ist stofflich-sinnlich erfahrbar; Es sind keine künstlich ergzeugten Oberflächen sondern aus dem Leben des Baumes herauswachsende Erscheinungen.« Reinhard Gassner
Zuschnitt 16, Herausgeber proHolz Austira, ISSN 1608-9642
Redaktion: Eva Gutmann (Leitung),
Anne Isopp (Assistenz),
Alexander Eder (proHolz),
Kurt Zweifel (proHolz)
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